Mit Kindern über Angst sprechen – Geschichten, Alltagshilfen und ein Mitmachbuch
Angst vor der Dunkelheit, vorm Alleinsein, vorm Woandersschlafen oder vor Hunden? Diese drei Empfehlungen helfen euch und euren Kids mit Ängsten und Gefühlen umzugehen.
Der Regenbogenfisch hat keine Angst mehr
Ich weiß, der Regenbogenfisch wird momentan kontrovers diskutiert. Und trotzdem: Unsere Kinder lieben die Geschichten, wir haben sie früher rauf und runter gelesen. Genau deshalb durfte auch das neue Buch zum Thema Angst bei uns einziehen. Mit bekannten Figuren in ein neues, größeres Thema einzusteigen, klappt hier erstaunlich gut.
In dieser Geschichte ist der Buckelfisch krank und nur die roten Heilalgen können helfen, die wachsen allerdings ausgerechnet in der Teufelsschlucht. Während sich die anderen Fische nicht trauen, macht sich der Regenbogenfisch gemeinsam mit dem kleinen blauen Fisch auf den Weg. Beide haben Angst vor den Ungeheuern, die dort lauern könnten.
Und die Angst verschwindet nicht einfach. Sie wird ernst genommen. Und am Ende zeigt sich, dass nicht alles so ist, wie es scheint. Manche Ängste dürfen vorsichtig machen, manche müssen überwunden werden, um Erfahrungen zu sammeln. Eine Geschichte, die Kindern Mut macht, ohne Angst kleinzureden.
Die Reihe „Little Heart Big Feelings“ greift genau das auf. Aktuell sind die Gefühlsarmbänder bei uns sehr beliebt. Sechs verschiedene Gefühle – Wut, Überraschung, Liebe, Kummer, Freude und Angst – können gebastelt, gewechselt und getragen werden. Dazu gibt es ein Gefühle-Malbuch und ein Gefühlstagebuch mit vielen kreativen Impulsen. Seiten zum Ausfüllen, kleine Aufgaben, Fragen und Ideen, die helfen, Gefühle besser einzuordnen. Kindgerecht gestaltet, niedrigschwellig und alltagsnah.
Für uns sind das keine „Problemlöser", sondern einfach Möglichkeiten, um mit den Kids ins Gespräch zu kommen oder einfach als eine Art Tagebuch da zu sein.
„Huch, die Angst ist da!“ dagegen richtet sich bewusst an Kinder und Eltern gemeinsam. Es gibt einen Kinderteil und einen Elternteil, die sich unterschiedlich mit dem Thema Angst beschäftigen. Für mich ist es schon ein richtiges kleines Fachbuch, mit dem gezielt Ängste überwunden werden können, aber trotzdem ist es total spannend und interessant gemacht.
Neben Hintergrundwissen und Erziehungstipps enthält das Buch viele konkrete Anregungen, Übungen und Gesprächsimpulse. Es wird erklärt, was Angst eigentlich ist, warum sie sinnvoll sein kann und wie man lernen kann, mit ihr umzugehen. Besonders schön finde ich die Mischung aus Fachwissen, Geschichten und Mitmach-Elementen. Es ist kein Buch, das man einmal durchliest und ins Regal stellt, sondern eher ein Begleiter für eine längere Zeit. Ein durchdachtes Mitmachbuch für Kinder ab etwa sechs Jahren, das Tiefe hat, ohne schwer zu wirken.
Angst verschwindet nicht, nur weil man sie wegschiebt. Aber sie wird kleiner, wenn man ihr Raum gibt. Und manchmal beginnt das ganz einfach, mit einer Geschichte, einem Armband oder einem gemeinsamen Buch.
Welche Wege helfen euren Kindern, mit Angst umzugehen?
Rezensionsexemplare



















































