Winterbücher für gemütliche Vorlesezeiten
Geschichten zum Mitmachen, Weiterdenken und Ankommen
In diesem Winter haben sich bei uns ganz unterschiedliche Bücher bewährt. Manche holen die Kinder über das Suchen ab, andere über Fantasie, wieder andere über vertraute Figuren. Und genau diese Mischung macht es für uns aus.
Toni & Lou – Eine Nacht im Winterwald
Toni & Lou ist kein klassisches Vorlesebuch, sondern ein sogenanntes Natur-Bilderbuch. Und genau das macht es so besonders. Bär Toni und Vogel Lou bereiten sich auf den Winter vor, sammeln Vorräte und entdecken am nächsten Tag den verschneiten Wald und die Berge. Sie treffen Freunde, erleben Winterspiele und am Ende sehen sie sogar die Nordlichter. Ein Moment, der gerade jetzt unglaublich gut passt, weil viele Kinder dieses Phänomen selbst mitbekommen haben.
Was bei uns besonders gut ankommt, sind die Gucklöcher und die vielen Suchaufträge. Auf jeder Seite gibt es Fragen, die die Kinder ganz automatisch ins Suchen bringen. Man muss sich als Erwachsene gar nichts überlegen, das Buch führt von selbst ins Gespräch. Genau deshalb habe ich es auch direkt dem Kindergarten empfohlen. Die Illustrationen sind winterlich, aber nicht kühl. Trotz Schnee und Wald wirkt alles fröhlich und einladend. Ein echtes Mitmachbuch ab etwa drei Jahren, das Vorlesen und Entdecken wunderbar verbindet.
Mein Knopf, ein Universum – Magische Winterwünsche
Dieses Buch ist ein ganz anderes Winterbuch. Hier geht es nicht ums Suchen, sondern ums Wünschen, Fantasieren und Weiterdenken. Tilli, Milli und Otti Otter landen mithilfe eines Wunschknopfes in einem Wintermärchen voller Ideen und Möglichkeiten. Es ist das dritte Abenteuer der bekannten Reihe und eine längere Vorlesegeschichte, die sich gut über mehrere Abende verteilen lässt. Was unsere Kinder sofort begeistert hat, war der Wunschknopf. Die Wunschknopfkarte aus dem Buch wurde direkt kopiert und bei uns haben alle ihren eigenen Knopf gebastelt. Daraus sind ganz eigene kleine Winterabenteuer entstanden. Genau das mag ich an diesem Buch so gern. Es bleibt nicht beim Vorlesen stehen, sondern öffnet etwas. Ich finde die Bücher der Reihe übrigens auch zusammen mit einem eigenen Knopf eine richtig schöne Idee zur Einschulung. Eine Geschichte, die Fantasie anstößt und gleichzeitig etwas Greifbares mitbringt.
Bobo Siebenschläfer – So schön ist der Winter
Bobo ist für uns der perfekte Begleiter, wenn es darum geht, langsam vom Bilderbuch ins Vorlesebuch überzugehen. Der Bildanteil ist hoch, trotzdem fühlt sich das Lesen schon nach Vorlesen an. In diesem Sammelband gibt es vier Wintergeschichten rund um Bobo, seine Familie und seine Freunde. Ob Ausflug in den Schnee oder Schlittschuhlaufen, Bobo erlebt kleine Alltagsabenteuer ohne große Spannung. Genau deshalb können sich Kinder so gut hineinversetzen. Es sind Situationen, die sie selbst kennen oder erleben könnten. Und natürlich schläft Bobo am Ende jeder Geschichte an einem der typischen, leicht absurden Orte ein. Dieses Wiedererkennungsmerkmal funktioniert hier jedes Mal aufs Neue und sorgt für viel Schmunzeln.
Meine Freundin Conni – Das große Vorlesebuch für die Winterzeit
Conni gehört für viele Familien einfach dazu. In den Sammelbänden sind jeweils drei Geschichten enthalten, was sie auch als Geschenk sehr schön macht. In diesem Winterband geht es um Conni und den Nikolaus, Conni im Schnee und Conni macht Geschenke. Was ich an diesen Büchern mag, ist die Verlässlichkeit. Die Geschichten greifen Rituale auf, die Kinder kennen. Und ganz ehrlich, bei uns kommt der Nikolaus auch im Sommer und Osterhasengeschichten funktionieren genauso gut im Winter. Conni-Bücher darf man zeitlich einfach nicht zu streng nehmen. Sie geben Sicherheit, laden zum Wiedererkennen ein und sind wunderbar geeignet für gemütliche Vorlesemomente.
So schön sind die Jahreszeiten mit Matz, Fratz und Lisettchen
Dieses Buch ist eine tolle Ergänzung, wenn man den Winter nicht isoliert betrachten möchte. Gereimt, liebevoll illustriert und klar aufgebaut begleitet es durch alle Jahreszeiten. Es zeigt, was in der Natur jeweils passiert und thematisiert dabei nicht nur die schönen Seiten. Im Sommer geht es zum Beispiel auch um Gewitter, nicht nur um Sonne.
Gerade diese Verknüpfung der Jahreszeiten finde ich wichtig. Der Winter steht hier nicht für sich allein, sondern wird als Teil eines Kreislaufs verstanden. Für Kinder ist das eine schöne Grundlage, um Natur und Jahreszeiten besser einzuordnen. Als Ergänzung zu klassischen Winterbüchern funktioniert es bei uns sehr gut.
Rezensionsexemplare



















































