Wie war's heute? Die tägliche Frage
...und die Antwort, die einem oft nicht ausreicht.
„Na, wie war’s heute?“
Diese Frage stellen wir doch eigentlich alle jeden Tag. Und genauso oft bekommen wir als Antwort nicht viel mehr als ein kurzes „gut“ oder „nicht so gut“. Das richtige Gespräch kommt dann später. Abends. Oder irgendwann zwischendurch, wenn man gar nicht mehr damit rechnet. Aber warum ist das eigentlich so?
Genau damit beschäftigt sich das Buch Wie war’s heute? und zeigt einem ganz nebenbei auch als Erwachsene, dass Kinder oft einfach Zeit brauchen. Zeit, um ihren Tag zu verarbeiten. Zeit, um die richtigen Worte für das zu finden, was sie erlebt haben.
Eikes Papa fragt ihn auch jeden Tag direkt nach dem Kindergarten. Und Eike weiß oft selbst nicht so genau, was er darauf antworten soll. Zuhause geht er erst einmal in sein Zimmer, später in den Garten. Und während er spielt, erlebt er seinen Tag noch einmal. Begegnungen tauchen wieder auf, kleine Situationen, Gefühle. Und plötzlich hat er ganz viel zu erzählen.
Besonders schön an dem Buch ist, wie genau dieser Moment gezeigt wird. Man ist nicht nur bei Eike im Hier und Jetzt, sondern gleichzeitig auch in seinen Gedanken. Das Buch macht sichtbar, was im Kopf passiert. Die aktuelle Situation und die Erinnerungen an den Tag liegen nebeneinander. Man kann gedanklich und bildlich beides gleichzeitig sehen, genau so, wie Kinder ihren Tag oft noch einmal durchleben.
Für mich ist das Buch auch eine kleine Erinnerung daran, dass Gespräche nicht immer sofort entstehen müssen. Dass Schweigen nichts mit Desinteresse zu tun hat. Und dass Kinder manchmal erst Raum brauchen, bevor sie erzählen können.
Ein leises, sehr alltagsnahes Buch, das Druck rausnimmt und zeigt, wie Gespräche ganz von allein entstehen dürfen.
Rezensionsexemplar



















































