#BUCHVORSTELLUNG Ronny das Pony und Gerd das Pferd und Bente die Ente
Und plötzlich ist da jemand Drittes …
Kennt ihr schon Ronny und Gerd? Der erste Band ist hier super angekommen. Unsere kleinen Pferdefans waren ohnehin begeistert, aber was mich fast noch mehr überrascht hat: Auch unser Siebenjähriger, der sonst bei Pferdegeschichten eher schnell weiterzieht, hat sich ganz selbstverständlich dazugesetzt und wollte wissen, wie es mit dem kleinen Pony und dem großen Pferd weitergeht.
Ronny, das kleine Pony, das selbst im Stehen noch in einen Karton passt, und Gerd, das große, beeindruckende Pferd, zwei Gegensätze, die sich irgendwie anziehen. Und gerade weil sie so unterschiedlich sind, fühlt sich ihre Freundschaft so echt an.
Im zweiten Band verändert sich diese vertraute Zweierkonstellation. Auf dem Hof kommt ein schnatterndes Paket an. Kaum ist es geöffnet, faucht Bente die Ente erst einmal Ronny an. Eigentlich soll sie unten am See leben, dort, wo Enten eben wohnen. Aber Bente hat andere Pläne und hängt sich lieber an Gerd das Pferd. Und plötzlich steht Ronny daneben und merkt, dass sich etwas verschoben hat.
Dieses Gefühl, wenn man nicht mehr ganz selbstverständlich dazugehört, wenn sich etwas verändert, ohne dass man es wirklich benennen kann und gerade die Dreierkonstellation ist bei uns in der Familie und auch oft mit Zwillingen und gemeinsamen Freunden Alltag. Ronny ist keiner, der laut wird oder Streit sucht. Also zieht er sich zurück, verzieht sich an den See und lässt die beiden machen. Und während man vorliest, merkt man, wie viel zwischen den Zeilen steckt, wie sehr diese Situation eigentlich aus dem Kinderalltag gegriffen ist.
Natürlich ist auch dieser Band wieder gereimt, und das macht das Vorlesen so angenehm. Die Reime tragen die Geschichte, die Kinder können schnell mitsprechen und einzelne Passagen selbst „vorlesen“, und trotzdem wirkt es nie aufgesetzt oder gewollt. Zwischen all dem Schnattern, Fauchern und leisen Gefühlen geht es um Eifersucht, um dieses Gefühl, plötzlich zu viel zu sein, aber eben auch darum, dass sich Beziehungen verändern dürfen.
Irgendwann merkt auch Gerd, dass etwas fehlt. Und während Ronny und Bente Zeit miteinander verbringen, entsteht langsam etwas, ein vorsichtiges Kennenlernen. Und plötzlich ist klar, dass drei nicht automatisch einer zu viel sind. Manchmal braucht es einfach ein bisschen Zeit und die Bereitschaft, nicht direkt auf Konfrontation zu gehen, sondern genauer hinzuschauen.
Ein richtig schönes, klug erzähltes Buch über Freundschaft, über Eifersucht, über Ausschließen und wieder Zueinanderfinden. Und wenn man am Ende ganz genau hinschaut, entdeckt man sogar schon einen kleinen Hinweis auf Band drei- hat das etwas mit Zirkus und Rosa zu tun ;-)?
Rezensionsexemplar



















































