OBACHT! – Heute mal aus Kindersicht
Heute gibt es keine klassische Buchvorstellung.
Im Rahmen der Blogtour zur Neuerscheinung OBACHT! schauen wir nicht nur auf die Geschichte, das Thema oder die Illustrationen, sondern auf die Fragen, die nach dem Lesen entstanden sind.
Denn Kinder hören anders zu. Sie schauen genauer hin. Und sie fragen Dinge, auf die Erwachsene oft gar nicht kommen.
Nach dem Lesen kamen bei uns direkt mehrere Fragen auf. Drei davon durften wir an die Autorin Kerstin Hau und die Illustratorin Stella Dreis weitergeben und sie haben persönlich geantwortet.
Welches riesige Tier es denn genau sein soll und woher kommen die lustigen Namen im Buch?
Kerstin Hau:
„Die lustigen Namen schlüpfen einfach so in meine Gedanken. Nur der Name ‚Mienchen‘ gehörte einem kleinen, süßen Hund aus unserer Nachbarschaft.
Die Gestalt des riesigen Tieres entspringt Stellas Fantasie. In meiner Vorstellung sah das Tier anders aus, wie anders, das bleibt geheim. Denn als Autorin gebe ich keine oder so wenig ‚Regieanweisungen‘ wie möglich. Jeder kann sein eigenes Tier malen. Die Illustratorinnen dürfen ihre eigenen Bilder gestalten. Deshalb gebe ich die Frage gerne an Stella weiter.“
Stella Dreis:
„Vielleicht ist es ein ferner Verwandter des Wolfs? Eigentlich ist es aber nur ein erfundenes Tier.“
Und auch bei dem, für die Kinder, „der große, weiße Mann, der so aussieht, als ob er nichts anhat“, warum genau der keinen Namen hat und warum er auf einem Bild ein Haus trägt?
Kerstin Hau:
„Dieser ‚große, weiße Mann, der so aussieht, als habe er nichts an‘ ist Stellas Pinsel entsprungen. In der geschriebenen Geschichte existiert er nicht. Er ist ein Stadtbewohner, den sich Stella ausgedacht hat. Bestimmt kann Stella mehr über ihn erzählen. Gerne gebe ich die Frage an sie weiter.“
Stella Dreis:
„Oh, er hatte einmal einen Namen. Aber er hat ihn vergessen, denn er ist so alt wie die Sterne am Himmel. Er kümmert sich um die kleinen Menschen und Wesen und erledigt schwere Arbeiten. Auf dem Bild zum Beispiel räumt er die Häuser um, damit die Straße gebaut werden kann. Nachts füllt er sich mit Mond- und Sternenlicht und leuchtet dann sanft und warm. Wenn er schläft, schnarcht er ganz leise und träumt meistens viel und bunt. Dabei wechselt er seine Farben. Wie die Oktopusse. Oder wie eine Lavalampe.“
Was hast du dir bei den einzelnen Figuren gedacht und wie bist du auf Namen und Aussehen gekommen?
Kerstin Hau:
„Jede Figur trage ich in mir. Sie sind ein Teil meiner Persönlichkeit. Deshalb sind auch ihre Namen so, wie ich ihre Stimmen in meinem Ohr höre: Einfach da. Jede Figur ist einzigartig und eigenwillig. Der Wimpf ist einer, der alles sieht, sehr aufmerksam ist und alle informiert. Der Wimpf passt auf alle auf. Der Wompf ist einer, der sich mehr traut, der auch mal nach vorne geht und dem Wimpf nicht alles glaubt. Der Wompf packt mit an. Die Timpe-Ma ist eine gute Seele, sie hilft gerne, ist etwas ängstlich und macht sich oft mehr Sorgen als notwendig. Der Timpe-Pa ist kurzsichtig, aber ein Macher. Unordnung und Überraschungen mag er nicht so gerne. Er will alles schnell in Ordnung bringen, überschätzt sich manchmal selbst und verzapft dann auch Chaos. Das Mienchen ist neugierig, kontaktfreudig, geduldig. Sie denkt gerne nach, interessiert sich für andere und hört auf ihr Herz. Bei Stella haben die Figuren angeklopft und Freundinnen und Freunde gefunden. Stella hat ihnen ihr Aussehen geschenkt. Darum gebe ich auch diese Frage an Stella weiter.“
Stella Dreis:
„Die meisten Bilder – und damit auch die Figuren – habe ich unterwegs gezeichnet. Das heißt: im Zug oder im Flugzeug zwischen Rumänien, Bulgarien, Österreich, Deutschland und der Schweiz. Überall, wo ich war, sah, traf und sprach ich mit Menschen. Einige von ihnen sind im Buch wiederzufinden, andere ähneln zum Beispiel meiner Mutter, meiner Tante oder irgendwelchen Nachbarn. Aber in allen steckt auch sehr viel von mir selbst.“
Was ich an dieser Art der Buchvorstellung besonders mag: Kinder dürfen fragen. Und die Antworten zeigen, wie viel Fantasie, Persönlichkeit und Offenheit hinter einer Geschichte steckt.
Manchmal entstehen die spannendsten Einblicke nicht durch eine Analyse, sondern durch ehrliche Kinderfragen.
Im Rahmen der Blogtour wird OBACHT! noch aus vielen weiteren Perspektiven vorgestellt. Und vielleicht hört ihr beim nächsten Vorlesen auch einmal ganz genau hin, welche Fragen bei euch entstehen.
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